Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
- Hier noch eine Bayerische Adventsgeschichte zum Schmunzeln


I woass net, ob d├ G┬┤schicht ihr kennt, sie hat sich ab┬┤gspielt im Advent. I les euch vor, weils mir fallt ei, d┬┤Leut sog┬┤n, d├Âs soll wahr g┬┤wen sein.

I woass net, ob d├ G┬┤schicht ihr kennt,
sie hat sich ab┬┤gspielt im Advent.
I les euch vor, weils mir fallt ei,
d┬┤Leut sog┬┤n, d├Âs soll wahr g┬┤wen sein.

Da is a alts Muatterl gwesen,
alloa in ihra Stub┬┤n drinn gsessn,
und hat sich so Gedank┬┤n g┬┤macht
was s┬┤Christkind fr├╝her ihr hat bracht.
Ja ja, hat┬┤s gsagt, d├Âs war┬┤n no Zeit┬┤n
da kunnt ma allerhand bestreit┬┤n
jetzt bin i arm und alt dazua
und hab a kaum zum Essen gnua.

Wia┬┤s so da sitzt und ├╝berlegt,
hat sie sich einen Plan ausgheckt.
S┬┤Christkind beschenkt doch alle Leit,
jedes Jahr zur Weihnachtszeit,
wia war┬┤s, wenn i eam schreib┬┤n t├Ąt,
da├č i a gro├če Bitt no h├Ątt.

Vielleicht macht┬┤s mir no de Freid,
grad heuer in der Weihnachtszeit.
Sie holt sich Bleistift und Papier
aus der Schublad schnell herf├╝r.
Setzt sich an den Tisch sodann
und fangt wia folgt zu schreiben an:

Liebes Christkind, schreibt┬┤s mit┬┤m Stift
auf das Papier als ├ťberschrift.
Du bist allm├Ąchtig und sehr stark,
schick mir doch bitte 100 Mark!
Erf├╝ll die Bitte einer Armen,
i w├╝nsch an Mantel mir, an warmen.
Wann i d├Âs Geld h├Ątt, war d├Âs schee,
kannt i zum Mantel kaufa geh.

I brauch┬┤n wirklich schon sehr bald,
denn drauss┬┤n ist es bitterkalt.
Hochachtungsvoll hat sie zuletzt
vor ihrem Namen druntergesetzt.

Den Briefumschlag hat┬┤s ungeniert
an das Christkind adressiert.

Den Absender auf d┬┤andere Seit,
d├Âs war von gro├čer Wichtigkeit.
Sie tuat den Brieaf in Umschlag nei
und is zum Kast┬┤n grennt a glei.
Nachdem d├Âs alles war gescheh┬┤n,
sah man sie froh nach Hause gehn.

Der Postler von dem Postamt acht
hat koane schlechten Augen g┬┤macht.
So momentan is baff er g┬┤wen,
wia er den Brieaf ans Christkind g┬┤segn.
Des is eam ja no nia passiert,
a Brieaf an┬┤s Christkind adressiert.
Er hat sehr lange nachgedacht
und dann den Umschlag aufgemacht.
Als er den Inhalt ├╝berblickt,
den Brieaf er an┬┤s Finanzamt schickt.

Der Beamte von dera Stell
├ľffnet den Brieaf sehr schnell.
Nachdem d├Âs Schreib┬┤n er durchgeles┬┤n
war der Fall ihm klar gewes┬┤n:

Man mua├č ihr helfn, des is g┬┤wi├č,
schon deshalb, weil bald Weihnacht┬┤ is.
Die Kollegen von sei┬┤m Amt,
haben mitg┬┤macht allesamt.
Er braucht da gar net lang zu frag┬┤n
jeder hat was beigetrag┬┤n.
Und wias am Schlu├č dann festgstellt ham,
war┬┤n 63 Mark beisamm.
Den Betrag nun ganz genau
├╝berwies┬┤n sie der alten Frau.

Die Freud vom Muatterl war sehr gro├č
dar├╝ber Tr├Ąnen sie vergo├č.
Jetzt konnte sie den Mantel kaufn
und braucht nicht mehr ohne lauf┬┤n,
und aus innerer Dankespflicht
hats┬┤s no an Brieaf an┬┤s Christkind g┬┤richt.
D├Âs hat sie sich net nemma lass┬┤n,
sie schrieb daher folgenderma├čn:

F├╝r die hundert Mark dank┬┤ i┬┤ dir,
du hast da sehr geholf┬┤n mir.
Doch wenn i┬┤wieder um Geld dich bitt,
so schick mir┬┤s doch ├╝ber┬┤s Finanzamt nit,
mit dene is des fei a Gfrett,
solche Lump┬┤n trau i net,
von dene 100 Mark, s┬┤is net derlog┬┤n,
hams 37ge abgezogn.

Autor: unbekannt