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Marius Müller-Westernhagen begeistert ohne viel Schnickschnack Berlin

Man muss gar nicht lange drumherum reden:

Marius Müller-Westernhagen hat sein Publikum mit seinem Unplugged-Konzert ganz und gar beglückt.
Das Leben von Marius Müller-Westernhagen ist tatsächlich ein Leben mit und für die Musik. Nach einer langen Musikerkarriere tourt er immer noch voller Energie durch die großen Arenen und beglückt seine Fans, aber nicht zuletzt auch sich selbst.
Am Anfang des Konzertes seiner "MTV Unplugged Tour" in Berlin, die ihn und seine grandiose internationale Band in die Mercedes Benz Arena geführt hatte, sah Marius Müller-Westernhagen noch angespannt und eher müde aus. Der 69jährige Deutsch-Rockmusiker blühte aber Zusehens auf, als er den Kontakt mit seinen Fans in der ausverkauften Arena spürte. Sie machten sofort mit, tanzten, klatschten und sangen die Lieder mit. Gleich bei "Ladykiller" rockte der Saal.
Die Phase des Künstlers, die oft auch bei seinen Kollegen beobachtet wird, seine Fans nicht mit seinen Hits zu beglücken, ist gottseidank längst vorbei. "Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz?Liebling, lass uns tanzen, denn tanzen darf ein jeder Jud" ist eines von ganz vielen Hits des Meisters. Mit seinem ausladenden Hut rockte er die große Halle, konnte aber andererseits auch leise Lebens-Balladen gefühlvoll rüberbringen. Die Wechsel von ruhigen "Weil ich dich liebe"-Liedern zu seinen spritzigen Songs gingen schnell, aber letztendlich ohne wirkliche Brüche, denn Beides gehört zu Marius.
Seine Stimme erschien anfangs brüchiger, aber dafür irgendwie noch authentischer als zu Jugendzeiten des beliebten Sängers und Songwriters. Da kommen mir doch die Erinnerungen an ein Konzert vor circa 40 Jahren in der Deutschlandhalle in den Sinn. Natürlich war er da noch viel quirliger und hippeliger. Auch wenn heute der gelegentliche Hüftschwung noch klappt, ist eine Unplugged-Tour ideal, bei der rockige Musik im Sitzen zelebriert werden kann. "Wir haben ?Unplugged? als künstlerische Herausforderung gesehen", sagt Marius Müller-Westernhagen über die Show. "Wir wollten uns nicht einfach nur akustische Gitarren umhängen und die originalen Arrangements als verkapptes Best of runterspielen. Es galt, das Material von über vier Jahrzehnten meiner Arbeit als Songschreiber zu sichten und sich mit ausschließlich analogen Mitteln völlig neu zu erarbeiten. Wir hatten die Ambition, es für uns wie für das Publikum auf den heutigen Stand unseres Verständnisses von guter Musik zu bringen."
Fans durften sich an diesem tollen Konzertabend daran erfreuen, den langen Weg seines musikalischen Lebenswerkes und seiner Karriere mit den einzigartigen Kompositionen live und ohne Schnickschnack erleben zu dürfen. Westernhagen scheint von dem Berliner Publikum ehrlich gerührt: "Ich bin überwältigt hier zu sein!" Begeistert fügt der Künstler an, der vor einem Jahr schon unplugged die Berliner Waldbühne füllte: "Ich darf in dieser Stadt leben!"
Mit seiner Frau, Lindiwe Müller-Westernhagen, sangen sie gefühlvoll im Song "Luft um zu Atmen" auch davon, dass sie Musik zum Leben brauchen und sich brauchen: "Ich brauch dich zum zu lieben." Aber Müller-Westernhagen ist auch politisch geblieben und singt laut gegen Rassismus und für Demokratie "Liebe-Um der Freiheit willen." Neu interpretiert wurde "Sexy". Der Musiker nahm ebenfalls seine Mundharmonika in Betrieb und besang in "Wieder hier" sein Revier und beschwor in "Ich habe dich wirklich lieb" seine Liebe.
Sein Freund Kevin Bents ist als Musical Director aktiv eingebunden und an der Gitarre und Keyboards mu